Das Minimax-Prinzip

Hier geht es um eine Erinnerung aus der Zeit meines Studiums. Es gehört zwar nicht in dieses Kapitel, leitet aber den nachfolgenden Artikel sehr gelungen ein.

Das Konzept von Minimax- und Maximax-Prinzip kommt aus der Entscheidungstheorie: Entscheiden Sie mach Maximax, so wählen Sie die Variante, die im bestmöglichen Fall den maximalen Nutzen bringt. Deshalb wird es auch das Optimistenprinzip genannt.

Das Minimax-Prinzip hingegen vergleicht alle Entscheidungsoptionen bei Eintritt des schlechtesten möglichen Falles. Das Pessimistenprinzip.

Im Jahre 1991 – also vor gendern und politischer Korrektheit – erklärte ein Professor der Bundeswehr-Uni (also nur männliche Studenten) diese Theorien anhand eines praktischen Beispiels:

Stellen Sie sich vor, sie müssten heiraten. Sie haben allerdings Glück im Unglück und können frei unter mehreren Kandidatinnen wählen. Entscheiden Sie nach dem Maximax-Prinzip, so gehen Sie mit allen Frauen auf einen Samstag-Abdend auf einen Ball und betrachten die Damen im Ballkleid, auf der Tanzfläche und am Buffet. Dann ehelichen Sie die Schönste und wären ein Optimist.

Entscheiden Sie hingegen nach dem Pessimisten-System – da wir hier von Frauen reden müssten wir aber vom Realisten-System reden – betrachten Sie die selben Frauen am Montag morgen um sieben Uhr: Verkatert, unausgeschlafen und auf dem Weg zur Arbeit.

Kommen wir zurück zum oben genannten Professor. Dieser liebte es, seine Vorlesungen mit Geschichten zu würzen, die zwar nicht immer zum Unterrichtsstoff gehörten – aber für volle Hörsäle sorgte. Da der obige Beitrag schon zu einer Einzahlung von fünf Euronen in die Machokasse führte, hier noch ein Beispiel, da die Tagesgebühr ja bereits entrichtet ist.

Der politisch korrekte Leser würde nachfolgenden Text aufs schärfste verurteilen – wir betrachten ihn als Dokument der Zeitgeschichte. Ich habe allerdings einfach mal die Geschlechterrollen vertauscht und den Inhalt leicht angepasst um die Gendergerechtigkeit innerhalb dieses Textes herzustellen:

Entscheidungstheorie, Einleitungsvorlesung. Der Hörsaal der Bundeswehruniversität ist gefüllt mit jungen Damen – den Herren war 1991 der Dienst an der Waffe noch verboten, lediglich als Sanitäter durften sie in den Streitkräften dienen.

Meine Damen, oft müssen Sie Entscheidungen fällen. Oft bei unvollständiger Vorinformation, es sind nicht alle Daten bekannt. Üblicherweise versuchen Sie dann, über eine Datenerhebung eine Entscheidung zu ermöglichen.

Im vorliegenden Beispiel geht es um eine Dame, die zum Zwecke der Heirat drei Männer zur Auswahl hat. Da alle drei auf den ersten Blick gleich gut geeignet erscheinen, beschliesst sie ein Testverfahren. Sie versammelt die Kandidaten um sich und sagt:

“Männer, hier sind 1.000€ für jeden von Euch. (Im Originaltext waren es noch DM). In drei Wochen sehen wir uns wieder und ich will sehen, was ihr mit dem Geld gemacht habt.”

Der Proband Nummer eins ging in Sportstudio, investierte in Anabolika und pumpte unter der Aufsicht eines personal Trainers Tag und Nacht Gewichte. Am Tag der Wahrheit präsentierte er einen gestählten Körper, frisch geölt und in einen Tanga verpackt. “Du sollst mit mir immer den schönsten Mann haben!”

Die Entscheiderin war begeistert.

Der Proband Nummer zwei ging Shoppen. Am Stichtag erwartete er die Angebetete in einen gemütlich eingerichteten Wohnzimmer. Neben dem Sofa stand ein Kühlschrank mit Prosecco und neben dem DVD-Abspielgerät standen alle Staffeln von Sex in the City bereit. “Lass und diese Serie zusammen schauen. ich will, dass Du deine Feierabende gemütlich mit mir verbringst”.

Die Entscheiderin war begeistert.

Proband Nummer drei investierte an der Börse. Er verdoppelte das Geld in nur diesen drei Wochen und gab es ihr zurück: “Bei mir wirst Du nie Mangel leiden müssen”.

Die Entscheiderin war begeistert. Sie heiratete den Probanden mit dem größten Penis.

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