Ich werde Bundespräsident

So, den Wulff hat es zerbröselt, es läuft alles nach Plan. Jetzt noch Herrn Gauck als Interimspräsidenten, dann wird es Zeit für den BTFH, das höchste Amt im Staate zu übernehmen. Ein Edelputsch sozusagen.

Eines muss mann dem Wulff schon lassen: erfinderisch ist er. Nachdem die Luft dünn wurde, hat er schnell durchschaut, dass die Medien eine Ablenkung brauchen. Aber dafür gleich ein Kreuzfahrschiff zu versenken ist schon grenzwertig. Immerhin hat es über einen Monat lang den Präsidenten der kleinen Herkunft im Amt gehalten. Herr Schettino überlegt immer noch, ob es wirklich die Reederei war, die ihm auf dem großzügig überlassenen Mobiltelefon, dass er von Herrn Wulff bekommen hat, den küstennahen Kurs verordnet hat.

Zuerst dache ich noch, dass unser Mann in Bellevue ganz schön blöd ist – seinem Freund eine Millionenbürgschaft zuzuschanzen und sich dann mit einem Mobiltelefon abspeisen zu lassen. Jetzt hätte ihn der Apparat fast gerettet.

Auch seine Tarnung war perfekt: nachdem in Niedersachsen zu seiner Amtszeit sogar wegen Vorteilsnahme ermittelt wurde, nachdem Polizisten einen Hamburger für einen Euro angenommen hatten, musste man ihn doch für einen Superkorrekten halten. Wie kann mann sich sonst besser als Saubermann darstellen und sich für das höchste Amt im Staat qualifizieren?

Nachdem der McAllister – vorsicht Leute, der Mann schreibt sich mit Mc und nicht MAC, auch wenn es so gesprochen wird. Er ist also nicht von Apple; vielleicht ein Plagiat von Microschrott?

Also, McAllister – der ist übrigens auch klasse – setzt dem Koch die Idee mit dem Managementposten in der Wirtschaft in den Kopf. Natürlich vorher nochmal kräftig Aufträge vergeben, von denen er dann später selbst profitiert. Von den Niedersachsen lernen heißt siegen lernen! Der Oettinger wurde schnell weggelobt und der Hamburger hat sich ohne fremdes Zutun bis auf die Knochen blamiert.

Voila! Der niedersächsische Ministerpräsident war Merkels letzter parteiinterner Gegner – also mußte ein neuer Posten für ihn frei werden. Nichts leichter als das: Auf einem kleinen Auslandsflug begleitete er Herrn Köhler und setzte ihm den Floh ins Ohr, dass das Land reif sei für ein paar knackige Äußerungen in der Außenpolitik – von wegen freie Handelswege und so. Der Köhler tut es und muss zurücktreten. Schon ist der Posten frei und schwupps – der Wulff weg aus Niedersachsen. Der McAllister ist schon ein Genie (vielleicht doch von Apple?) und eigentlich der einzige Gewinner des derzeitigen Scherbenhaufens.

Ohne diesen kleinen Trick hätte er ewig warten müssen, um König von Niedersachsen zu werden. Der Wulff wäre sonst doch nie gegangen, immerhin hat er die ausgeprägtesten Aussitzfähigkeiten seit Kohl gehabt – und dabei ein sogar noch dickeres Fell.

In Niedersachsen brauchte Wulf drei Versuche, um an die Macht zu kommen. Bei der Bundespräsidentenwahl ebenfalls drei Wahlgänge – eben zäh. Übrigens hat er sich vor seiner Wahl zum Oberpräsi für eine Kürzung des Ehrensolds ausgesprochen. Da kann er jetzt etwas für seine Glaubwürdigkeit tun – ich wette dagegen!

Beim Rücktritt hat er dann noch ein wenig geheult – von wegen unfaire Behandlung durch die Presse. Wer hat eigentlich damit angefangen? Ach ja, die BLÖD. Die hat dem armen Bundespräsidenten ja irgendwelche Drohungen auf den Anrufbeantworter gesprochen – oder habe ich da jetzt was verwechselt?

Sicherlich findet sich eine passende Anschlussverwendung für ihn. Seine Frau fängt wieder bei Rossmann an, vielleicht kann sie da ja ein gutes Wort für ihren Mann einlegen – immerhin müssen sie ja noch ihr Klinkerhäuschen abbezahlen und Privatkredite aus der Wirtschaft wird es jetzt wohl nicht mehr geben – immerhin kann der Wulff keine Bonbons (oder Kochbücher) der Steuerzahler mehr im Namen des Landes Niedersachsen als Gegenleistung anbieten.

Mein Plan, Bundespräsi zu werden, ist übrigens ganz einfach. Den Gauck kann und will ich jetzt noch gar nicht verhindern, der ist einfach gut! Eine Amtsperiode lasse ich ihm. Er wird dann wieder von einer breiten Koalition (CDU/SPD/FDP/Grüne) als bewährter Konsenskandidat aufgestellt. Nur die PDS (heute: die Linke, bis zur nächsten Wahl wieder auf Erfolgskurs im Retrostil – Ehrlichkeit zahlt sich aus!) stellt einen Gegenkandidaten. Jetzt meine beiden Tricks: Gauck gibt auf der Wahlversammlung an, er stände jetzt doch nicht zur Verfügung. Die „Konsensparteien“ zerstreiten sich und schaffen es nicht, sich auf einen neuen „Kandidaten der Herzen“ zu einigen. Es gewinnt der einzige verbleibende Kandidat mit 100% der abgegebenen Stimmen: Der BTFH.

Wie geht das? Ich lanciere das Gerücht, Gauck würde Steuerhinterziehung betreiben, indem er seine 2-Takt-MZ aus DDR-Produktion mit Salatöl statt mit Mineralöl betankt. Dieses wird ihm von Pressevertretern auf dem Weg zur geplanten Wiederwahl mitgeteilt. Er erkennt den drohenden Skandal und zieht seine Kandidatur zurück.

Der PDS habe ich vorher den Gysi vom Hals geschafft – einfach eine Affaire mit der Frau Merkel behauptet und ein paar Hotelrechnungen gefälscht. (Wie bekomme ich bloss die Bilder aus dem Kopf). Das Problem Wagenknecht/Lafontaine erledigt sich durch eine Probepackung Viagra. Ein Ausfall durch Herzinfarkt und ein Rücktritt der Killerin. Herr Ernst wechselt zur CSU, nachdem ihm ein Posten im Aufsichtsrat von Porsche angetragen wird.

Jetzt noch eine Liebesbeziehung mit Petra Pau eingehen (wer an die Macht will, muss Opfer bringen!) und schon werde ich von den Kommunisten als Präsi nominiert und gewählt.

Vielleicht kann ich ja „Karriere rückwärts“ spielen und mich nach meinen beiden Amtszeiten als Tatort-Kommissar betätigen? Das ist nämlich mein eigentliches Ziel, und langfristiges Denken gewinnt. Der Til Schweiger ist jetzt erst einmal dran und das kann ich nicht verhindern. Immerhin kenne ich den Requisiteur und habe schon einmal dafür gesorgt, dass der neue Kommissar einen passenden Dienstwagen bekommt: einen Opel.

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