Staatenlenker und Pragmatismus

Die politische Planung unserer Zukunft hat zeitweilig Probleme damit, die Zeithorizonte ihrer Planung richtig einzuordnen. Am einfachsten lassen sich diese in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Planungen einteilen. Wer lieber mit militärischem Vokabular brilliert, spricht hier von taktischer, operationeller und strategischer Planung. Viele, die gerne brillieren, verwechseln die Bedeutungen auch gerne.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel:

Strategisch sollen die Staaten der Europäischen Union zusammenwachsen und irgendwann (warum auch immer) die „Vereinigten Staaten von Europa“ bilden. Das Problem ist nur, dass sich folgerichtig die operationelle und taktische Planung nach dem strategischen Ziel ausrichten müssen. Die Strategie zum Wohle einer Taktik zu ändern ist ziemlich unvorteilhaft – aber üblich.

Aktuell ist Griechenland (morgen ein anderes Land) am Schwächeln (mitteldeutsches Gerundium). Die momentane (also taktische) Herausforderung ist Zahlungs(un)fähigkeit. Vielleicht morgen schon ist das Thema Atommüll beherrschend – mal sehen, wer dann „blank ziehen“ muss.

Vor dem strategischen Hintergrund der „Vereinigten Staaten von Europa“ kann es also keine Diskussion um die Wiedereinführung der Drachme geben. Statt pragmatisch die Taktik nach der Strategie auszurichten wird dauergeschwafelt. Ich erlaube mir deshalb den folgenden europapolitischen Vorschlag:

Die Halbierung der Anzahl der EU-Mitglieder durch Fusion. Wenn jeweils ein „reiches“ Land mit einem „armen“ Land fusioniert, dürfte ein wesentlicher Teil der derzeitigen innereuropäischen Probleme gelöst sein. (Als nächstes könnten dann Länder mit und Länder ohne Atommüll fusionieren).

Natürlich ist es nicht geraten, jetzt in wilden Aktionismus zu ver- fallen. Ein planvolles und phasenweises Vorgehen (operationelle Planung) ist am sinnvollsten. So sollte zunächst ein „reiches“ Land mit Griechenland fusionieren. Welche Europäer kämen da am ehesten in Frage?

Wie viele Länder in Europa haben Erfahrung vorzuweisen, wenn es darum geht, einen Pleitestaat aufzukaufen und in blühende Landschaften zu verwandeln? Eigentlich nur wir. Die Entschei- dung lautet also: Durch diese Fusion reduziert sich die Zahl der europäischen Staaten und der europäischen Probleme um eins!

Der Staat könnte „Greuschenland“ heißen. Die Nationalflagge sähe dann so aus:

Die Vorteile währen umwerfend. Zum Beispiel hätte der DFB einen weiteren Europameistertitel zu verzeichnen – auf anderem Wege wird es wohl auf absehbare Zeit nicht klappen. Übrigens scheint auch Italien kurz vor der Pleite zu stehen 😉

Das gemeinsame Nationalgericht wäre Gyros mit Sauerkraut. Für eine neue Nationalhymne wurden bereits Udo Lindenberg und Nana Mouskouri unter Vertrag genommen.

Zum Zusammenwachsen bieten sich ebenfalls kombinierte Bundesländer an, aus Schleswig Holstein und dem Peloponnes – beides eher rückständige Küstenregionen – würde „Schleponnesig“ werden.

Auch könnte die erfolgreiche Arbeit der Treuhand wieder aufgenommen werden. Nach der Vernichtung der DDR-Wirtschaft und der Milliardenversenkung mit Hilfe der Expo hat Frau Breuel schließlich keine Greuel mehr verbrechen dürfen (oder ist sie in- zwischen Beraterin für den Bau der Elbphilharmonie?).

Da wir immer noch den „Soli“ zahlen, müßte dieser also nur umgewidmet werden – auch kein großes Problem.

Wo immer fusioniert wird, ergeben sich zudem „Synergieeffekte“. So könnten die deutschen und griechischen Arbeitssuchenden und sozial Bedürftigen in das Hartz-IV Nachfolgemodell „Kreta-I“ übernommen werden, wobei es sich um die räumliche Zusammenfassung zu zentralen Weiterbildungszwecken handelt. Nur ein Schelm würde hier Zusammenhänge mit der australischen Geschichte erkennen wollen, und dass es in Kreta eine heftige Winterregenzeit gibt, ist sicher nur ein Gerücht.

Durch die neue greusch-türkische Grenze würden auch die vielen Türken nicht mehr gezwungen sein, den weiten Weg in den Norden Europas zu unternehmen und sich sogar einer Klimaveränderung zu unterziehen. Sie könnten ihre kulturelle Neugier mit Wochenendreisen befriedigen – yallah!

Noch ein Vorteil: Der Dienstposten des Bundespräsidenten wäre obsolet. Das erspart uns peinliche Amtsperioden von Ichbauemireinhausmitgeldmeinerreichenfreundeundscheißeaufpolitischeetikettewulff und macht den Platz frei für ein neues Staatsoberhaupt. Aufgrund der Gründungsgeschichte könnte ich mir auch einen repräsentativen Kaiser vorstellen.

Auch wäre die Gelegenheit günstig, Bayern aus den greuschen Reich auszugliedern und mit Albanien zu verschmelzen. (Alle an- deren Statten haben abgewunken. Dafür spricht außerdem, dass Albanien noch kein Beitrittskandidat der EU ist und uns Bayba- nien somit noch eine Zeit lang erspart bleiben wird. Als Staatsräsident ist übrigens Herr von Guttenabschreibeberg bereit zu kandidieren).

Die Verschmelzung könnte aus meiner Sicht sofort erfolgen.

Weitere Staatsfusionen könnten dann im Jahrestakt folgen.

Die Vereinigten Staaten von Europa, hurra!

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