Wir feiern den Golfkrieg!

Geheimes Protokoll vom Januar 1990, kurz zuvor begann der „Krieg um Öl, Teil 1“. Unter dem Vorwand, der Irak bietet Al Qaida Unterschlupf und würde Massenvernichtungswaffen produzieren, griff George W. Bush I den Irak an. Beide Vorwürfe stellten sich später als falsch heraus. Dass das Wissen, dass beide Vorwürfe sich später als falsch heraus stellen würden, zu diesem Zeitpunkt schon vorhanden war, stellte sich später als richtig heraus.

In einem Hinterzimmer im Keller eines Bonner Restaurants treffen zwei Wirtschaftsvertreter aufeinander, um die (deutsche) Welt zu verändern. Den geheimen Vertreter der Werbewirtschaft nennen wir „Mr. X“ und den Wirtschaftsvertreter „Mr. Y“.

x: „Sie haben ein Problem?“

y versichert sich, dass die Tür fest verschlossen ist und beugt sich zu seinem Gesprächspartner vor: „Wir verlieren Hunderte von Millionen, dieser Schwachkopf in Amerika hat – entgegen unserem Rat – nicht noch zwei Monate warten wollen. Aus Rache werden wir demnächst seine instabilen Banken etwas ärgern…“

x: „Wir sollen Ihnen bei dem Bankenproblem helfen?“

y: „Nein, dafür haben wir unsere Spezialisten unter den Fondsmanagern – die verticken in den USA gerade bevorzugt unsichere Kredite, das bekommen wir selbst geregelt. Jetzt müssen wir erstmal unsere Verluste ausgleichen, die durch den schlechten Zeitpunkt des Kriegsbeginns entstanden sind!“

x blättert in seinen Unterlagen: „Um welche Schäden durch den Krieg geht es? Die Rüstungsindustrie verdient dadurch doch jetzt deutlich besser…“

y sehr leise: „Peanuts!“ Er lässt das Wort ein wenig wirken: „Es geht um viel mehr. Betroffen sind gleich mehrere Industriezweige: Alkohol, Schminke, Kostüme, Masken, Veranstalter“.

x ist erschrocken: „Sie werden doch nicht…“

y: „Doch, das Schlimmste ist geschehen. Unsere Landesführer haben den Karneval abgesagt. Bundesweit fallen zahlreiche Fschingsveranstaltungen aus. Das ganze Jahr haben wir auf diesen kurzen Zeitraum hingearbeitet. Die Lager sind voll! Wir stehen vor dem Ruin!“

x überlegt. Schließlich schlägt er ein weiteres Treffen vor, da er sich mit Spezialisten beraten müsse.

Das Ende ist kurz erzählt und leider keine Fiktion: Nachdem in Folge des Golfkriegs I die Faschingsveranstaltungen bundesweit abgesagt wurden, suchte die Industrie nach einer Lösung und fand sie:

Ab sofort wurde in Deutschland „Halloween“ gefeiert. Der Werbeaufwand war erheblich. Das Ergebnis ist ernüchternd. Das Volk der „Dichter und Denker“ feiert ein Fest, von dem es nicht weiß, was es bedeutet und warum es in Deutschland gefeiert wird. Werbung macht es möglich – zukünftig auch in den Jahren, in denen Fasching/Karneval nicht ausfällt. Die beteiligten Industrien verdienen seitdem doppelt.

Die maskierten Kinder, die mit „Süßes sonst gibt‘s Saures“-Sprüchen unbescholtene Bürger zur Nascherei-Ausgabe zu erpressen versuchen, gehören eher zu den Eltern bildungsferner Schichten. Hier bietet sich Gelegenheit für den BTFH, pädagogisch tätig zu werden. Nachahmer sind herzlich willkommen.

Zur Vorbereitung werden fünf Pralinés auf einem Silbertablett de- koriert und hinter der Haustür Stellung bezogen.

Es klingelt. Zwei Dreikäsehochs mit 3-Euro-Kostümen verlangen Süßes und drohen mit Saurem.

Der freundliche Pädagoge stellt die erste Frage: „Welches Datum haben wir heute?“

Der linke Zombie: „Halloween“. „Leider Falsch – das ist kein Da- tum. Heute ist der 31. Oktober“.

Das erste Praliné wandert in den eigenen Mund.

„Die zweite Frage: was wird am 31. Oktober in Deutschland tradi- tionell gefeiert?“

Wieder der linke Zombie, diesmal schon lauter: „HALLO- WEEN!“.

„Leider wieder falsch, traditionell ist heute REFORMATIONS- TAG“ – das nächste Praliné findet seine Heimat im richtigen, im wissenden Magen.

„Vor etwa 500 Jahren schlug Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür zu Wittenberg. An welchem Datum geschah es?“

Zwei Zombies schauen ziemlich dämlich aus der Wäsche und äh- neln damit Vater und Sohn Bush.

„Genau, am 31. Oktober. DESHALB feiern wir den Reformations- tag“ – das dritte Praliné geht seinen Weg. Erste Tränen in den Au- gen der grausamen Zombies.

„OK – eine leichtere Frage: Aus welchem Land kommt Hallo- ween?“

Beide Zombies laut: „Aus Amerika“, hüpfen auf der Stelle und freuen sich über den erhofften Sieg und auf die letzen beiden Sü- ßigkeiten.

„Falsch. Erstmal ist Amerika kein Land sondern zwei Kontinente, Nord- und Südamerika. Das Land, das ihr meint, ist die USA“

Der Zombiechor: „USA, USA, Halloween kommt aus den USA!“

„Falsch. Halloween kommt aus Irland und wurde von irischen Einwanderern in die USA gebracht“. – Praliné Nummer 4 – lecker.

„Letzte Frage: Was heißt ,Halloween‘?“

Ratlose Gesichter… „Halloween ist der Vorabend von Allerheiligen „All Hollows‘ Eve“ – Herr Luther hat den Tag seines ,Anschlags‘ klug gewählt.“

Ein interessanter Anblick.: Zwei Zombies, furchterregende Ausge- burten der Hölle, flennen um die Wette. Der größte Lernerfolg stellt sich beim Menschen immer im Zusammenhang mit emoti- onaler Betroffenheit ein. Die beiden haben heute wirklich etwas dazugelernt. Vermutlich mutieren sie jetzt zu Hardcore-Christen und konvertieren zu den Katholiken, um grausame Rache an den Protestanten und damit an Luther zu nehmen – immer noch besser, als fremde Traditionen nachzuäffen ohne die Hintergründe zu kennen. Bildungsvermittlung kann ja sooooo schön sein!

Viele Stunden später. Ich habe so viel Leckereien wie schon lan- ge nicht mehr gegessen – und das sogar ohne schlechtes Gewissen und im Auftrag der Bildung. Pädagogisches Wirken kann auch schön sein!

Eines muss mann Bush I und den Werbetreibenden des Landes lassen. Sie haben das Volk wieder einmal deutlich vorgeführt und uns einen unnützen „Feiertag“ beschert. Halloween ist in Deutsch- land also der Bush-I-Gedenktag.

Unser KdK (Kohl der Korrupte) musste ein ganzes Nachbarland dazukaufen, um uns den 3.10. als Feiertag zu bescheren – vielleicht hätte er einfach bei der Werbewirtschaft nach einer einfacheren Lösung fragen sollen. Vielleicht hätten wir einfach das islamische Zuckerfest zu einem urchristlichen Feiertag erklären sollen? Wenn wir die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsfestes anschauen, wäre dieser Schritt schon lange überfällig.

George W. Bush II (niedriger IQ, jedoch mächtige Berater: „Last night god talked to me“) versuchte es später mit dem „Krieg für Öl, Teil II“ – schaffte es aber bis heute nicht, einen Feiertag für sich zu etablieren. Shit happens!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.