SMler sind unter uns

SM – Dies ist eine Abkürzung, die der „normale“ Mensch höchstens mal in Form einer Kleinanzeige aus dem zwischenmenschlichen Bereich zu sehen bekommt. Laut Statistik betreiben nur etwa 1% der Menschen SM – laut einer anderen Statistik 70%.

SM steht für „Sado-Maso“ – also für zwei oder mehr Menschen, die sich in ihren Eigenschaften symbiotisch ergänzen. Für „S“ – also den Sado – ist der „Deal“ klar. Er haut jemanden auf die Nase und bekommt im Idealfall noch Geld dafür. Für „M“ – also den Masochisten – haben wir in der Regel nur ein Kopfschütteln über: Da gibt einer Geld dafür aus, dass er gequält wird! Wie dämlich ist denn das? Gibt es solche Trottel überhaupt?

Ja, und zwar viel mehr als Sie denken! Vielleicht sitzt einer da-von ja genau in diesem Moment 60cm vor Ihrem Computerbildschirm?

Ein Masochist ist jemand, der Geld dafür bezahlt, dass er gequält wird. Benutzen Sie Windows? Ja? Dann Sind Sie Masochist.

Für Ihren Rechner, sofern Sie nicht gerade vor einem perfekten Produkt des viel zu früh verstorbenen iGottes Steve Jobs sitzen, kommen zwei Betriebssysteme in Frage, die ich kurz vergleichen möchte.

Sie surfen gerade im Internet? Haben Sie Angst vor Viren, Würmern und Trojanern? Sollten Sie zum surfen ein Produkt von Microschrott benutzen (MS-Windoof), so ist das wie ein Thailandurlaub ohne Gummi – die Viren wetzen schon Messer und Gabel, wenn Sie am Horizont erscheinen. Das einzige, was schlimmer ist als mit einen Microschrott-Produkt im Internet zu sein ist, mit zwei Microschrott-Produkten zu surfen (MS-Windoof und MS-Internet-Explorer).

Viren, Würmer, Trojaner und andere Netzwerkschädlinge befallen in der Regel nur Rechner, die windoofbetrieben sind. Microschrottfans behaupten gerne, dass dies am hohen Marktanteil der MS-Produkte liegt. Dabei verdrängen sie, dass MS-Produkte dilettantisch programmiert sind, zu selten gepatcht werden, zahlreiche Backdoors haben, fast immer mit Admin-Rechten laufen und als Closed-Source-Produkte nicht von der Community gepflegt werden können.

Nutzen Sie Windoof, so kommen Sie auch regelmäßig in den Genuss neuer Hardware – weil Sie sich ständig, also etwa alle drei Jahre, einen neuen Rechner kaufen müssen. „Software sells Hardware“ ist eine Erfindung von Microschrott: Die Ressourcen müssen durch unfähige Programmierer derart verschleudert werden, dass weder Speicher, noch Festplatte, noch Prozessor reichen. Somit muss mit jeder Programmgeneration ein neuer Rechner beschafft werden. Die Hardwarehersteller lieben dieses System und liefern ihre Kisten deshalb am liebsten mit Windoof aus. Überrascht? Würde ich als Hardwarehersteller übrigens auch genau so machen!

Sie puzzlen gerne? Nichts leichter als das! Wer gerne kniffelige Aufgaben löst, beibt bei Windoof fit! Schon die einfachsten Ein- stellungen – die bei erwachsenen Betriebssystemen an einer Stelle zusammengefasst sind – sind bei Windoof auf zahlreiche Stellen verteilt, um die Bedienung interessanter zu machen. Sie haben die Wahl zwischen: Start/Einstellungen/Systemsteuerung, Start/Ein- stellungen/Drucker und Faxgeräte, Rechtsklick „Arbeitsplatz“/ Eigenschaften, Rechtsklick „Arbeitsplatz“/Verwalten, Rechtsklick „Desktop“/Eigenschaften, Rechtsklick „Taskleiste“/Eigenschaften, Start/Ausführen „regedit“, Start/Ausführen, „gpedit.msc“ und vielen weiteren, die oft das gleiche machen oder sich sogar widersprechen – das hält fit. Googeln Sie doch einfach, welche Möglichkeit die jeweils andere in welcher Situation übersteuert oder ändern sie einfach alle, kein Problem!

Sie fliegen gerne? Klasse – ich auch, obwohl ich weiß, wie Piloten so drauf sind. Abstürze sind beim Fliegen eher unangenehm. In dem recht seltenen Club der Ich-habe-einen-Flugunfall-überlebt- haber bin ich übrigens Mitglied: nach einem Einflug in eine Hoch- spannungsleitung mit einem Hubschrauber der BO-105 der Bun- deswehr. Offensichtlich hatte der große Wolkenschieber (wie das fliegende Spaghettimonster ja auch genannt wird) noch Pläne mit mir auf Erden. Jedenfalls empfinde ich Abstürze seitdem als unangenehm. Bei mir ist dieses Wissen nun einmal aus erster Hand: Sie sind es wirklich. Warum sollte ich es bei meinen Computer tolerieren? Windoof-Computer stürzen viel zu oft ab. Dass nach einer kleinen Installation eines Programmes oder einer Hardware die ganze Kiste neustarten will, ist ebenfalls in höchstem Maße lächerlich. Manchmal will Windoof sogar nach dem Einstecken eines USB-Sticks durchbooten!

Mit der „Germanisierung“ – also der Übersetzung des Amerikanischen in das Deutsche sind die Microschrottler ebenfalls überfordert. Vielleicht hätten sie als Deutschlandsitz nicht umbedingt München wählen sollen?

Am besten gefiel mir die Übersetzung von „Connection failed“ mit „Es ist kein Netzwerkkabel angeschlossen“. Diese Fehlermeldung bekam ich, als ich das erste mal Wireless-LAN – also ein Funknetz – einsetzen wollte. „WLAN – Es ist kein Netzwerkkabel angeschlossen“… JA, GENAU DAFÜR HABE ICH BEZAHLT!

Trottelige Übersetzungen machen so manche Fehler- oder Sys- temmeldung in der Windoofwelt unlesbar, entschädigen aber dadurch, dass man sein Englisch trainiert, indem man darüber grübelt, wie wohl der Originaltext gelautet haben könnte, bevor ein in Indien ausgebildeter Taiwanese, der jetzt in Redmont/USA wohnt, die deutsche Übersetzung geschrieben hat.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass „Windows“ Mobile gar keine Windows hat 😉

Es gibt also ein System, das auf meinen Rechner läuft, keine Viren bekommt, nicht abstürzt und auch auf älterer Hardware schnell und stabil läuft? Patches und Updates kommen schnell und es gibt keine Backdoors?

Ja!
Wieviel kostet das?
Nichts – es ist Open Source. Warum weiß ich davon nichts?

Weil niemand einen Vorteil davon hat. Alle verdienen hervorragend, wenn sie einem Deppen Windoof überhängen: Microschrott sowieso – die bekommen die Lizenzgebühr. Die Händler haben auf Windoof ihre Handelsspanne und die Gewissheit, dass der Kunde schon bald ein neues Gerät braucht. Die Dienstleister freuen sich, dass sie regelmäßig Ihre Daten wiederherstellen und die Viren entfernen dürfen. Die Virenhersteller freuen sich, weil es so schön leicht ist, Bankdaten auszuspähen und die Kohle des Windoofnutzers auf das eigene Konto zu transferieren. Die Antivirensoftwarehersteller freuen sich über die Viren – sonst würde ja niemand ihre Antivirensoftware kaufen.

Der Windoof-Marktanteil bei PC liegt immer noch bei ca. 70%. Inzwischen gibt Microsoft am liebsten nur noch den PC-Marktanteil an – auf allen anderen Märkten ist Windoof schon weitestgehend verschwunden:

Auf der Liste der 500 größten Computer der Welt hat Microsoft es mit einer Milliardeninvestition geschafft, seinen Marktanteil zu verfünffachen: Von einem auf fünf Systeme! Inzwischen sind unter den Top-500 Computern dieser Welt wieder 499 mit richtigen Betriebssystemen ausgestattet.

Bei den Servern läuft Windoof unter „naja, ganz nett, aber zu teuer und zu lahm“ – also unter „ferner liefen“.

Die Mobilcomputer mit Telefonfunktion – in Falschdeutsch auch „Handy“ genannt, laufen fast ausschließlich mit dem Apfel oder mit Android – nicht mit Windoof Mobile.

Netzwerkgeräte – also Router (das Ding, dass bei Ihnen zu Hause das Internet verteilt), Netzwerkdrucker, Access-Points und NAS (die hübschen kleinen Homeserver) laufen alle mit Linux: kostenlos, schnell und stabil und ohne Virengefahr. Android ist übrigens auch Linux.

Inzwischen läuft Linux sogar schon in Kaffee- und Waschmaschinen.

Linux wird von der „Community“ – also von Computerspezialisten auf der ganzen Welt – entwickelt, und jeder kann mitmachen. Natürlich unentgeltlich – schließlich ist Linux ja auch kostenlos.

Trotzdem gibt es tausende Profis, die für Linux programmieren. Für viele große Unternehmen – z.B. Serverhersteller und -betreiber – rechnet es sich, Linux weiterzuentwickeln. All diese Entwicklungsarbeit kann kostenlos genutzt werden – auch auf Ihrem Heimrechner.

Mein Favorit ist übrigens das Ubuntu-Linux.

Jetzt fragen Sie sich, was sie mit den eingesparten Geld machen sollen? Laden Sie doch Ihren Liebling mal ins Cantonium ein – vielleicht zu einem Tüddeltreff. (Google hilft!)

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